Übersicht:
  Startseite  
  Aktuelles  
  Gottesdienstordnung  
  Das Pfarrbüro  
  Seelsorger  
  Redaktion  
  Was mache ich, wenn ...?  
  Kommunion~Firmung  
  Gemeinden  
  Bilder aus der Pfarreiengemeinschaft  
  Geschichte  
    Einführung  
    Kirche Eßleben  
    Kirche Mühlhausen  
    Kirche Zeuzleben  
    Kirche Schraudenbach  
  Pfarrbrief  
  Links  
  Impressum  
   
  Bistum Würzburg  
   
 
Pfarreiengemeinschaft Eßleben, Mühlhausen, Schraudenbach, Zeuzleben  > Geschichte

Kirche St. Jakobus in Schraudenbach

      Um das Jahr 1420 wurde die erste Kirche von Schraudenbach erbaut. Sie stand an der Stelle, an der die heutige Kirche steht. Schon in dieser Kirche war wie heute, Jakobus der Ältere der Kirchenpatron. Weil die Kirche schon lange viel zu klein war, wurde von Erzbischof von Würzburg am 9. Juni 1721 die Anordnung erlassen, Grundstück für die Friedhofserweiterung und für eine neue, größere Kirche zu kaufen. Aber erst der Pfarrer Ignaz Jakob Gallus (1734 – 1750) trieb den Neubau der Kirche richtig voran. 1747 lag schon ein Kostenvoranschlag über die Erbauung der neuen Filialkiche mit den genauen Kosten für Steinhauer-, Maurer- und Zimmermannsarbeiten sowie für alles benötigte Baumaterial vor. 1750 endlich konnte Johann Müller, Maurermeister in Arnstein, einen Bauplan vorlegen. Dieser Plan wurde auch dem Büro des Baumeisters Balthasar Neumann zur Kenntnis gegeben.
      Mit dem Abbruch der alten Kirche begann man am 25. Februar 1751. Schon knapp 6 Wochen später am 5. April 1751 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Dabei wurden neben verschiedenen Münzen auch eine Flasche besten Sulzfelder Weins vom Jahrgang 1746 zusammen mit einer Probe Schraudenbacher Apfelmostes von 1750 eingemauert. Mit dem Neubau der Kirche sollte nach dem Willen des Bischofs wohl auch ein neuer Kirchenpatron gewählt werden. Zu diesem Zwecke hatte er schon 1746 Reliquien des Kölner Bischofs Martenus ins Dorf treten, was möglicherweise am Widerstand der Dorfbevölkerung gescheitert ist.

Hochaltar
Hochaltar


      Am 18. September 1752 konnte Pfarrer Holzapfel das Turmkreuz weihen. Nach eineinhalb Jahren war der Neubau mit einem Kostenaufwand von 4.000 fränkischen Gulden vollendet. Der Pfarrer von Eßleben, Johannes Georg Fischer, benedizierte die neue Schraudenbacher Kirche mit Zustimmung des Ordinariates am. 12 November 1752. Danach konnten wieder Gottesdienste gefeiert werden. Die bischöfliche Weihe erhielt der Neubau am 9. September 1753 durch den Würzburger Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollradts. Dabei wurden in den Hochaltar neben einer Weiheurkunde auch die Reliquien verschiedener Heiligen eingelassen.
      Das Kircheninnere war bei der bischöflichen Weihe wahrscheinlich noch weitgehend leer, oder nur notdürftig mit Teilen der Vorgängerkirche ausgestattet. Das erklärt auch, dass der heutige Hochaltar erst 1787 errichtet wurde. Aus dem neuen Hochaltar der aus Holz gefertigt und dann marmoriert wurde, ragen die Heiligenfiguren vom Kirchenpatron Jakobus der Ältere, sowie die Heiligen Maternus und Gallus hervor. Der Hauptaltar gehört wie der Kirchenbau dem Kunststil des Rokoko an, die

Kanzel
Kanzel

Kanzel dagegen der Barockzeit und die Nebenaltäre dem Frühklassizismus. Somit ist die Ausstattung der Schraudenbacher Kirche ein Beispiel für den Übergang vom Barock zum Rokoko, ja bis zum Klassizismus. Stuck und Deckengemälde kamen erst Ende des 19. Jahrhundert hinzu, fügen sich jedoch harmonisch ein.
      Vor dem Chor sind zwei pyramidenförmige Seitenaltäre schräg in die Ecken eingepasst. Die vom Würzburger Barockmaler Oswald Onghers 1704 für das Benediktinerkloster St. Stephan in Würzburg gemalten ovalen Altarblätter sind der Blickfang der Altäre. Am rechten Seitenaltar eine Szene aus dem Leben des hl. Benedikt und am linken Seitenaltar die Steinigung des hl. Stephanus, des ersten Märtyrers der Christenheit. Die Altarbauten sind Spätwerke des aus Bad Kissingen stammenden Bildhauers Georg Winterstein. Die Altäre wurden ursprünglich für die Klosterkiche St. Stephan in Würzburg geschaffen. Nach der Säkularisation als das Kloster aufgehoben und die Benediktinermönche vertrieben worden waren, wurden die Altäre 1810 käuflich erworben und in der Schraudenbacher Kirche eingebaut. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahre 1700, ist also älter als der Kirchenbau selbst. Über ihre Herkunft ist nichts bekannt.
      

 
Das Deckengemälde - die Aufnahme Mariens
Das Deckengemälde - die Aufnahme Mariens
       Das Deckengemälde zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel, wie die Apostel allesamt den Blick nach oben auf Maria richten, wo die Mutter Jesu von Engeln zu Gottvater getragen wird, der sie mit weit geöffneten Armen empfängt, um sie in den Himmel aufzunehmen. Deckengemälde, Stuckornamente an der Decke und die Stuckrahmenfelder an den Langwänden, kamen erst mit der Renovierung 1897 ins Gotteshaus. Die Entwürfe stammen vom Nürnberger Professor Pillon, der auch das Deckengemälde schuf.

Die ersten Erneuerungen der Kirche im vergangenen Jahrhundert, fanden unter Kaplan Endres statt. Bei der Innen- und Außenrenovierung im Jahre 1929 wurden auch die undichten Zementziegel durch Bieberschwänze ersetzt.

Kurat Göpfert war die treibende Kraft für die Renovierung in den 50er Jahren. Aus dem Jahr 1952 stammt der ersten Schriftverkehr in dem der Schlechte Zustand des Kirchengebäudes dargelegt wird. Weiter wurden die unzumutbaren Bedingungen unter denen die Gottesdienste, in der inzwischen viel zu klein gewordenen Kirche gehalten werden mussten angeprangert. In einem Protokoll vom 31. 12. 1952 steht: Am 29. 12. 1952 war Prälat Kainz von Würzburg mit Herrn Schädel hier und nahm eine Ortbesichtigung der Kirche vor. Knapp 700 Einwohner bedeuten 500 Kirchenbesucher. Vorhanden sind aber nur etwa 200 Plätze, folglich müssen weitere 200 Plätze geschaffen werden. Das war das übereinstimmende Urteil. Gegen eine Erweiterung sprach der nicht vorhandenen Platz, sowie die zu diesem Zeitpunkt fast leere Kirchenkasse. Um letzteres zu verbessern, hatte man im Herbst 1952 eine Getreidesammlung durchgeführt. Der Erlös 1.210,25 DM bildete den Grundstein für einen Kirchbaufond. Spätestens mit Schreiben vom 1. 07. 1953 vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, in dem einer Erweiterung nicht zugestimmt, stattdessen aber ein Kirchenneubau empfohlen wurde, war die Erweiterungsdiskussion vom Tisch. Auch die Pläne die fast den gesamten Emporbereich einnehmende Orgel in einem neu zu errichtenden Anbau über der Sakristei zu verlegen, kamen nicht zum Tragen. Am 15. 03. 1954 fast die Kirchenverwaltung den Beschluss, die Kirche zu renovieren, die Orgel aber unverändert an ihrem alten Platz zu belassen. Ab 30. 06. 1954 begann die dann zügig durchgeführte Innenrenovierung. 1955 folgte die Außenrenovierung, deren Kosten die politische Gemeinde übernahm. Nach vielen Gesprächen war dann endlich 1956 auch eine platzsparende Lösung für die Orgel gefunden, die dann auch schnell durchgeführt, heute noch Bestand hat.

        Weniger spektakulär ging die von Pfarrer Ludwig Billmann geplante Innen- und Außenrenovierung im Jahre 1975 für nahezu 90.000 DM über die Bühne. Obwohl der zum Teil angefaulte Fussboden erneuert werden musste, konnte die gesamte Maßnahme in gut vier Monaten erledigt werden.
        Die letzte Kompletterneuerung wurde unter dem Pfarrer Ludwig Troll von 1997 bis 1999 durchgeführt. Dabei wurde die Sakristei abgerissen und durch eine Größere ersetzt. Über den Baustein des Neubaus, mit dem sich viele Schraudenbacher bis heute noch nicht anfreunden können, wurde damals sehr viel diskutiert. Letztlich setzte der Architekt, im Einvernehmen mit dem bischöflichen Bauamt, seine Idee vom Neubau doch durch. Nicht nur die Schraudenbacher halten ihre Kirche dennoch für ein Schmuckstück und hoffen, dass es noch vielen Generationen in der heutigen Pracht erhalten bleibt.

Fotos von der Kirche in der Bildergalerie                                                                                    Bruno Kuhn