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Kirche St. Martin in Mühlhausen
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| © Axel Weisenberger |
| Hochaltar |
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Steine aus dem Abbruch der alten Kirche von Fährbrück bildeten die Grundlage für den Kirchenneubau im Mühlhausen, der in den Jahren 1690 bis 1694 entstanden ist.
Der einst wohlproportionierte Kirchenraum ist noch an der erhaltenen Decke im Stil der Renaissance mit geschnitztem Gragbalken und Deckenstuck zu erkennen. Die 1930 vorgenommene Erweiterung war für das Gesamtbild nicht sehr zuträglich. Blickfang sind die Altäre, über deren Herkunft wenig oder nichts bekannt ist. In den Kunstdenkmälern wird von einem Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert gesprochen, von einer Madonna, die von einem Rosenkranz umgeben ist. Dieses Bild hing früher an der rechten Seitenwand und befindet sich heute im Hochaltar. Darüber sehen wir ein Medaillon mit der Krönung Mariens. Der Altar, bis unter die Kirchendecke reichend, hatte früher sicher einen Standort in einer anderen Kirche.
Der modern gestaltete Tabernakel wurde bei der jüngsten Kirchenrenovierung aus dem Münchner Kunsthandel erworben. Das in die Chorwand eingelassene frühere Sakramenthaus wurde 1930 vom Würzburger Künstler Joseph Amberg geschaffen. In moderner Formensprache ist hier die Verkündigungsszene dargestellt. Die barocken Seitenaltäre zeigen jüngere Tafelbilder vom Würzburger Peter Geist aus dem Jahr 1865, links sehen wir hl. Sebastian, rechts den hl. Joseph. Es gibt ein Protokollbuch des ehemaligen Frauneklosters Unterzell bei Würzburg. Hier ist der Verkauf zweier Altäre nach Mühlhausen für das Jahr 1721 belegt. Ob es sich um unser Mühlhausen handelt, muss offen bleiben. Der schon angesprochene Peter Geist schuf auch die Kreuzwegstationen im Nazarenerstil 1865.
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| © Axel Weisenberger |
| Madonna |
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Augenfällig ist eine Tragmadonna, die
als Herzogin von Franken gestaltet ist. Sie wird dem WürzburgerHofbildhauer Johan Peter Wagner zugeschrieben. Die Ähnlichkeit mit
einer zweifelsfrei von Wagner stammenden Madonna in Fährbrück ist
verblüffend. Der örtlichen Überlieferung zufolge soll sie aus dem
Kloster Himmelspforten in Würzburg stammen. Sie dürfte um 1790
geschaffen worden sein. Sie steht auf einem klassizistischen Sockel
und einem in edlem Rokokostil um 1750 gefertigten Kredenztisch.
Neben dem linken Seitenaltat ist ein
Epitaph in die Wand eingelassen. Es handelt sich um den 1722
verstorbenen Theodor Hubertus Henrici (Heinrich). Er stammte aus dem
Geschlecht der Heinriche, die früher hohe Verwaltungsposten als
Amtskeller oder Spitalverwalter innehatten. Sie führten im Wappen
den Mohr. Dicht dabei steht der wohl von Michael Keller 1694
geschaffene Taufstein. Einer Expertise zufolge handelt es sich bei
einem Vortragkreuz über dem Beichtstuhl um ein Kruzifix au
spätgotischer Zeit und wäre damit das älteste Ausstattungsstück
in der Kirche. Ein weiteres bemerkenswertes Vortragkreuz links neben
dem Hochaltar verrät leider nichts über Alter, Herkunft und
Künstler. Mühlhausen war immer eine Filiale von Essleben, hatte
aber ab 1911 einen eigenen Kaplan und gehört heute zur
Pfarreinegemeinschaft St. Sebastian.
Aus dem Buch 'Landkreis Schweinfurt',
'Kunst, Kultur und Geschichte von den Haßbergen bis ins fränkische
Weinland'
Mit freundlicher Genehmigung von
Karl-Heinz Hennig
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