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Pfarreiengemeinschaft Eßleben, Mühlhausen, Schraudenbach, Zeuzleben  > Geschichte

Die Pfarrkirche St. Georg Eßleben
           Am 3. Juni 1810, am 6. Sonntag nach Ostern, wurde die neu erbaute Pfarrkirche St. Georg „benediziert“ (gesegnet). Dieses Ereignis jährt sich im Jahr 2010 zum 200. Mal. Mit seinem weithin sichtbaren Turm und seiner gut gegliederten Fassade ist dieses Gotteshaus zum Wahrzeichen des Dorfes geworden. Voll Freude, Dankbarkeit und Stolz auf die Leistung unserer Vorfahren können wir heuer ein Jubiläum feiern.
          Freilich ist dies nicht die erste Kirche in Eßleben. Es wird vermutet, dass schon im Jahre 772, im Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes, eine Eigenkirche vorhanden war.
In der Urkunde von 1286 wird ganz selbstverständlich von der „ecclesia parochalis“ (Pfarrkirche) gesprochen. Bischof Berthold von Sternberg schenkte damals „iliam ecclesiam parochiatem in Eßleben mit allen Zugehörungen und Zehnten dem Domkapitel. Seitdem hat das Dorf ununterbrochen einen eigenen Pfarrer. Wie die Kirche aussah, wissen wir nicht. Sie hat mehrere Jahrhunderte überstanden.
         Im Register der Juliusbauten wird die Kirche als „erhöht und der Turm als neu gebaut“ bezeichnet. Der Turm hatte nicht die einfache „Echterhaube“, sondern einen „Fünfknopf“ d.h. einen Spitzhelm mit 4 Türmachen, den sogenannten Pfefferbüchsen /Bild/ 1620 weihte Eucharius Sang (1597-1620), Weihbischof von Würzburg, die Eßlebener Kirche nach dem Umbau ein.
Im folgenden Jahrhundert häuften sich die Klagen: „Die Kirche ist zu klein. Sie kann die Einwohner bei weitem nicht fassen. Der hintere Giebel und die Seitenwand drohen einzustürzen. Es ist ein Unglück zu beförchten“. Der Pfarrer bat 1783 um die Hilfe. Es sollte noch 25 Jahre dauern, bis diese Hilfe kam.
        Am 22. Januar 1808 wurde dann „im Namen seiner Kaiserlich – Königlichen Hoheit des Großherzogs Ferdinand (von Toscana), der Neubau der Kirche beschlossen. Im März fand der letzte Gottesdienst in der alten Kirche statt, im April wurde der Grundstein gelegt und im Juni 1810 wurde die Kirche von Pfr. Büchold von Hausen benediziert. Der Gottesdienst wurde während der ganzen Bauzeit in der Zehntscheune gehalten. Die Einwohner von Eßleben und von den Filialorten Opferbaum, Rieden und Mühlhausen mussten Hand- und Spanndienste leisten. Bürgermeister Kaspar Österreicher hat sich um den Bau große Verdienste erworben.
        Im Äußern ist die Kirche bis auf den Neubau der Sakristei (1984) unverändert geblieben. Im Inneren hat sie mehrere Wandlungen durchgemacht. Sie war „im Empirestil erbaut und auch die gesamte innere Einrichtung war demnach hergestellt“, heißt es in der Handschrift von Hauptlehrer Gerz. Der Empirestil war die unter Napoleon I. in Frankreich ausgebildete Stilrichtung.
Pfr. JohannesHopf führte 1892 / 93 eine große Kirchenrestauration durch. Man wählte den romanischen Stil. Großen Wert legte man auf Dekoration und Ausmalung. So wurde z.B. im Schiff die untere Wandfläche (2,5 m) mit Ölfarbe gestrichen. Die Wände darüber bedeckte ein Muster in mehreren Farben mit reichlich Bordüren und Fransen. Ein neuer Hochaltar, zwei Seitenaltäre, vier Chorfenster mit romanischem Teppichmuster und acht Fenster im Schiff mit Catetralglas, Kanzel, Pieta, Tabernakel, Taufstein und Kommunionbank, Chorgestühl, Beichtstühle und die Orgel wurden neu angeschafft. Leider wurden damals die Altäre im Empire-Stil entfernt und viele Heiligenfiguren zersägt. Sie passten nicht mehr zur neuromanischen Ausstattung.
         Der Zustand der Kirche, der Umbruch nach dem II. Weltkrieg und die Liturgische Erneuerung aufgrund der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils verlangten eine Umgestaltung des Gotteshauses. Pfarrer Schüler(1944-1976) machte sich an die schwere Aufgabe. Das Gotteshaus war im Lauf der Zeit stark gedunkelt. Es sollte nun heller, lichter, einfacher und schlichter werden. Altäre, Kanzel und Kommunionbank wurden entfernt. Den Hochaltar gestaltete Bildhauer Martin. Relieftafeln mit modernen Heiligen und ein großes Kreuz zogen den Blick auf sich. Die Figuren für die Nebenaltäre, die Aufnahme Mariens in den Himmel und Joseph, den Arbeiter schuf Bildhauer Hornung Bergtheim. Die moderne Ausführung des Kreuzes über dem Hochaltar fand bei den Gläubigen überwiegend Ablehnung. Es musste überarbeiten werden. Das Gutachten des Landesamtes für Denkmalpflege erachtete den Altaraufbau mit Kreuz und Reliefs künstlerisch sehr gediegen und das Bischöfliche Bauamt bezeichnete die Kirchenrenovierung als gelungen.
Kirchenschiff
Kirchenschiff

          Das Bestreben von Pfr. Brandstetter (1976-1988) und des Architekten Schilling war es, die Kirche bei der Restaurierung 1983 / 84 nicht nur reicher und farbiger auszustatten, sondern dem ganzen Kirchenraum – vom Altar bis zur Orgel – eine einheitliche Note zu geben. Die vorhandenen Einrichtungsgegenstände, wie Beichtstühle, das große Kreuz, der Tabernakel, die Altartafeln, der Taufstein, Figuren und Leuchter wurden wiederverwendet, der Aufgang zur Empore wurde neu gestaltet. Von großer Bedeutung war der Bau der neuen unterkellerten Sakristei. Dort konnten die Anlagen für eine Warmluftheizung untergebracht werden. Die Arbeiten gingen zügig voran. Und so konnte Bischof Paul-Werner Scheele am 2. Juni 1985, fast auf den Tag genau 175 Jahre nach der Segnung der Kirche 1810, die Altarweihe vornehmen.
          Im Jahr 2005 hat sich die Kirchenverwaltung unter der Leitung vom Kirchenpfleger Herrn Rainer
Orgel Eß
Orgel Eß
Friedrich entschlossen, die Orgelrenovierung durchzuziehen. Zwei Jahre darauf hat die Firma Lutz aus Feuchwangen die Arbeiten an der Orgel angefangen. Viele verbrauchte Teile wurden durch neue ersetzt. Die Tastatur wurde versetzt und die Orgel wurde verschönert. Am Ende des Sommers 2008 war die neu renovierte Orgel in ganzer „Pracht und Macht“ wieder in der Kirche, sodass Bischof Helmut Bauer am 19. September 2008 die Orgel segnen konnte.
Die Einwohner in Eßleben schauen mit Dankbarkeit auf die Vorfahren und sie freuen sich über das schön und einfach gestaltete Gotteshaus.

Fotos der Kirche in der Bildergalerie                                                                                                                                                                                                            Gregor Weisenberger